Freitag, 8. April 2016

schaumalhereinkaffeeklatsch - die erste Woche Kita Eingewöhnung

Diese Woche war ein Auf und Ab der Gefühle, Eindrücke und eine Vorschau auf den kommenden Alltag. 




Seitdem die Maus auf der Welt ist habe ich diesen Tag ganz weit weg von mir gehalten. Ein Jahr ist lang und die Kita Eingewöhnung noch ewig weit weg, es kommt mir so vor als hätte ich das gestern erst gedacht. 

Der erste Tag der Eingewöhnung ist gekommen.

Es ist Montag, 9.45 Uhr. In 15 Minuten müssen wir an der Gruppentür stehen und wir haben unsere erste Kita Eingewöhnungsstunde. Vor lauter Aufregung habe ich ein paar Sachen vergessen die ich schon mitbringen wollte, egal. Wir sind angekommen, das kleine Jäckchen ist schnell an den Hacken gehangen und die Hausschuhe sind schnell angezogen. Die Erzieherin begrüßt uns: "Guten Morgen Mama und guten Morgen kleine Maus". Sie ist nett und man merkt sofort ihr Herz ist am rechten Fleck und ganz doll bei den Kindern, nach ihrer Aussage auch die Voraussetzung für den Beruf Erzieherin. 
Sie stellt mir einen kleinen Stuhl hin und ich setze die Kleine auf den Boden. Es ist ganz schön Action im Zimmer. Der kleine Paul fühlt sich heute nicht so und weint sehr, 2 andere Mädels spielen Puppenmutti, Jonas hat gerade einen anderen Jungen gehauen und Josephine klemmt sich eben mal die Finger ein. Meine Maus staunt, eigentlich ist sie sehr offen für Kinder und nette Menschen, aber hier überrollen sie die Eindrücke. Die Großen gehen mit der zweiten Erzieherin raus in den Garten und es kehrt etwas Ruhe im Zimmer ein. Meine Maus fängt an das Zimmer etwas zu erkunden und brabbelt auch schon etwas für den ersten Tag nicht schlecht. Mir fällt ein Stein vom Herzen als die Stunde rum ist und wir wieder gehen. Nicht weil es mir nicht gefallen hat, einfach weil es für uns beide anstrengend war.

Wie war das damals vor 10 Jahren noch gleich.

Immer wieder erinnere ich mich an die Eingewöhnung meiner Großen, sie war damals 4 Monate älter und konnte schon etwas laufen, aber sie wich mir nicht von der Seite, fing sofort an mit weinen wenn sie angesprochen wurde oder andere Kinder zu ihr kam. Als ich für eine Weile ging, weinte sie so lange bis ich weider kam. Das zerriss mir schon das Herz damals, aber ich wusste es muss sein, die Ausbildung beginnt und mein Kind muss betreut werden. Auch das haben wir geschafft.

Tränen gehören dazu.

Am Dienstag folgten Tränen, denn jemand ist meiner Maus auf die Hand getreten. Mittwoch sollte ich dann das erste Mal aus dem Raum, das ging 5 Minuten gut, dann gab es einen Zusammenstoß mit einem anderem Kind und sie weinte wieder, wollte sich nicht beruhigen lassen. Am Donnerstag lief es besser. Die 10 Minuten ohne mich verbrachte die Maus am Fenster und beobachtete die großen Kinder draußen. Heute am Freitag blieb ich dann schon 25 Minuten draußen, es wurde kurz geweint wenn die Tür aufging, sie dachte wohl ich komme rein, aber sie ließ sich beruhigen und schenkte der Erzieherin zum Wochenende auch ein Lächeln. 


Das wird schon.

Die Eingewöhnung ist ein krasser Abnablungsprozess, für Kind und Eltern. Habe ich sie noch nie großartig allein gelassen außer beim Papa, soll sie nun nach 3 Tagen allein bei einer, ihr noch unbekannten, Person bleiben. Hier muss schnell großes Vertrauen aufgebaut werden. Und die Eltern, die müssen auch lernen, dass da nun eine Person ist die sich herzlich um ihr Kind kümmert, auch wir Eltern müssen Vertrauen aufbauen und lernen los zu lassen, was nach einem Jahr Baby festhalten richtig schwer ist. 
Ich gebe echt zu, so einfach wie andere sagen ist das nicht. Man lacht nach außen hin, aber innerlich trauert man schon etwas, klingt vielleicht übertrieben, aber es ist einfach so.
Das Vertrauen habe ich gewonnen als ich mit im Zimmer saß, ich bekam einen Einblick in den Ablauf und Umgang mit den Kindern. Ich lernte die Kinder selber kennen die auch schnell auf mich zu kamen und mir ihr Spielzeug zeigten, auf meine Kleine kamen die Größeren zu und streichelten ihr über den Kopf, wir waren akzeptiert. 
Beim Warten vor der Tür kamen die Kinder die raus in den Garten gingen auf mich zu und fragten ob ich ihnen die Jacke anziehen könnte, aus einem Kind wurden 5 und ich für 5 Minuten eine Erzieherin. Zum Jacke anziehen, kam eine Hose, 2 paar Schuhe und 3 Mützen die ich anzog. Und die Kinder waren so lieb, mit einem Junge unterhielt ich mich über seine tolle grüne Mütze und dass er ja eben 3 Jahre geworden ist. Auch das gab mir ein gutes Gefühl. 

An alle Erzieher und Erzieherinnen die ihren Beruf mit Liebe machen: Danke!

In dieser Woche habe ich auch einen riesen Respekt vor dem Beruf des Erziehers bekommen, ich wusste schon immer das ist ein harter, aber auch schöner Job. Manchmal kam mir selber der Gedanke mal Erzieherin zu werden. 
"Es ist immer irgendetwas" sprach heute die Erzieherin meiner Kleinen zu mir und wischte den Boden an der Stelle wo kurz zu vor ein kleines Mädchen in die Hosen gemacht hatte, weil sie es wohl nicht mehr halten konnte. "Eigentlich klappt das, aber wir üben ja noch" sprach die Erzieherin. Ich dreh mich um und helfe einem kleinem Jungen der sich gerade die Finger zwischen zwei Stühlen einklemmt. Ein andere Jung holte sich ein paar Minuten später eine dicke Beule am Kopf. Die Tage davor schlug sich ein Kind die Lippe im Garten beim Spielen auf, ein Papa musste darauf hin gewiesen werden, dass er die Kinder nicht vom Gartenzaun zu fotografieren hat und es wurde Kindergeburtstag und Abschied gefeiert. 
Mir wurde bewusst Erzieher machen all das was wir Mütter auch machen nur nicht mit einem oder zwei Kindern sondern zu zweit mit 15 Kindern. Sie bräuchten 10 Hände und 20 Augen, echt eine krasse Leistung. Von daher gebe ich der Erzieherin vollkommen recht diesen Beruf kann man nur mit Begeisterung, Herzblut und starken Nerven machen, es ist eine Berufung und eine der wichtigsten Aufgaben im Leben, diese Menschen erziehen unsere Kinder mit und bereiten sie mit vor auf das kommende Leben. Dazu gehört leider auch mal die eine oder andere Träne, das zusammenstoßen mit einem anderen Kind oder auch einfach mal eine schlechte Tagesform. 



Nun ist erstmal Wochenende und wir schöpfen Kraft für die nächste Woche. 
Was habt Ihr so für Erfahrungen bei der Eingewöhnung gemacht?

Kommentare:

  1. Unser Kleiner hat die Eingewöhnungszeit noch erst vor sich =) Daher war ich sehr gespannt auf eure Erfahrungen. Du hast Recht, es ist garantiert sehr emotional und aufregend für beide Seiten! Ich drücke euch die Däumchen, dass die nächste Woche gut verläuft =) Es ist doch schon einmal sehr viel Wert, dass du einen so guten Eindruck von den Erzieherinnen und Kindern hast =) Der Rest kommt mit der Zeit =)

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    1. Ja, mir ist ein Stein vom Herzen gefallen zu sehen, dass die Maus sich wohlfühlt. Und du hast Recht, der Rest kommt mit der Zeit :-*

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  2. Hallo Katharina,

    bei meinen 3 Kindern sind alle 3 Eingewöhnungen total unterschiedlich gelaufen. Vor 17 Jahren war es so, dass man nur 2 Wochen Zeit hatte, das Kind einzugewöhnen. Ging auch, auch wenn es mir das Herz zerriss, aber im Alter von 11 Monaten (empfinde ich heute) ging es schneller als jetzt vor 2,5 Jahren, wo dann die Mittlere mit 2,5 Jahren eingewöhnt wurde. Hier hatten wir 2x Eingewöhnung, schwierige Wochen, da sie zwischendurch lange krank wurde. Beim Würmchen, der Jüngsten, hatten wir überhaupt gar keine Probleme, schon am 4. Tag war ich über 1h draußen und nach 3 Wochen blieb sie die gesamte Zeit vormittags allein drin. Sie war 25 Monate, wo sie in den Kindergarten eingewöhnt wurde.

    Und jaaa, die Arbeit der Erzieher sollte jedes Elternteil sehr würdigen. Ich habe durch die längere Eingewöhnung der Mittleren auch mitbekommen, was die Erzieher alles leisten (müssen), dass sie am besten 10 Arme haben sollten etc. Noch dazu arbeite ich selbst im Moment nebenberuflich ein paar Stunden die Woche im Kiga und bekomme so hautnah alles mit. Das ist nicht nur "Aufpassen auf Kinder", das ist auch Vorbereiten, Nachbereiten von Themen etc., die den Kindern nahegebracht werden wollen.

    LG Ivi
    von Iviswelt

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    1. Da sieht man wieder, jedes Kind ist individuell. Ich danke Dir für Deinen lieben Kommentar.

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